Glossar-Kategorie: Druckverfahren und Veredelung
A
- Überschnitt (Bleed) – Techniken der Papierverarbeitung
- Die Hintergrundgrafiken ragen etwa 2–3 Millimeter über die theoretische Schnittlinie der Stanzform hinaus. Dieser Sicherheitsabstand gleicht die unvermeidlichen, millimetergenauen Schwankungen der Maschinen beim Stanzen aus und verhindert so das Entstehen unschöner, unbedruckter weißer Ränder an den Kanten der fertigen Schachtel.
C
- Rillung – Techniken der Papierverarbeitung
- Lineare, nicht durchschneidende Einkerbung, die durch lokales Zusammendrücken des Kartons mit abgerundeten Klingen erzielt wird. Durch diesen Vorgang werden die Papierfasern zusammengedrückt, wodurch ein struktureller Führungskanal entsteht, der das anschließende saubere und präzise Falten des Kartons beim Zusammenbau erleichtert und Risse oder Brüche der äußeren Papierauskleidung verhindert.
F
- Flexodruck (Flexo) – Druckverfahren
- Direktes Rotationsdruckverfahren, bei dem flexible Reliefplatten (Fotopolymer-Klischees) verwendet werden, um die schnell trocknende Druckfarbe direkt auf die Wellpappe zu übertragen. Dies ist die Standardtechnologie für Versandkartons und industrielle US-Kartons. Sie bietet eine hohe Produktionsgeschwindigkeit und äußerst niedrige Betriebskosten bei mittleren und großen Auflagen unter Verwendung umweltfreundlicher Druckfarben auf Wasserbasis.
- Stanzen – Techniken der Papierverarbeitung
- Das Schneiden, Perforieren und Rillen von Karton erfolgt unter hohem Druck mithilfe einer „Stanzform“ (einer Holzform, in der geformte Stahlklingen eingesetzt sind). Damit lassen sich Verpackungen mit komplexen Formen, transparenten Fenstern, Belüftungslöchern, Tragegriffen und millimetergenauen Steckverbindungen für selbstaufstellende Schachteln und Verkaufsständer herstellen.
G
- Prägung (Embossing) – Oberflächenveredelungen
- Ein mechanisches Verfahren, bei dem Karton im Kaltverfahren mithilfe einer Matrize und einer Gegenmatrize verformt wird, wodurch dreidimensionale Reliefmuster, Strukturen oder Logos entstehen, die sich haptisch und optisch stabil anfühlen. Es wird häufig im Bereich der hochwertigen Verpackungen (Luxusgüter, Kosmetik, Schmuck) eingesetzt, um die Wertwahrnehmung des Produkts zu steigern.
P
- Pantone (Sonderfarben) – Drucktechniken
- Internationales, standardisiertes Farbkennzeichnungssystem. Im Gegensatz zum Vierfarbdruck entspricht jeder Pantone-Code einer spezifischen, vorgemischten Druckfarbe, um die exakte Farbkonsistenz über verschiedene Produktionschargen und auf unterschiedlichen Druckträgern hinweg zu gewährleisten. Dies ist für die präzise und einheitliche Wiedergabe von Logos und Unternehmensfarben der Kundenmarken von entscheidender Bedeutung.
- Laminierung – Oberflächenveredelungen und Veredelungsverfahren
- Aufbringen einer hauchdünnen, transparenten Kunststofffolie (glänzend, matt oder mit samtiger Soft-Touch-Oberfläche) auf den bedruckten Karton unter Einwirkung von Wärme und Druck. Diese Verarbeitung schützt die Verpackung vor Wasser, Schmutz und Feuchtigkeit und verhindert, dass der Karton an den Falzlinien einreißt, wodurch sie ein haptisches und ästhetisches Erscheinungsbild von höchster Eleganz erhält.
Q
- Vierfarbdruck (CMYK) – Druckverfahren
- Ein Verfahren zur Farbwiedergabe, das auf der Kombination von vier Grundfarben basiert: Cyan (C), Magenta (M), Gelb (Y) und Schwarz (K). Durch die Überlagerung von Rastern aus mikroskopisch kleinen Punkten dieser vier Farben lassen sich beliebige fotografische Farbbilder und eine breite Palette an Farbtönen wiedergeben.
V
- Lackierung (Acryl, UV) – Oberflächenveredelungen
- Eine schützende und optische Beschichtung, die auf die bedruckte Oberfläche des Kartons aufgetragen wird. Der Acryllack auf Wasserbasis schützt den Druck während des Transports vor Abrieb, Kratzern und Staub. Der UV-Lack, der mittels UV-Lampen ausgehärtet wird, bietet hingegen einen besonders ausgeprägten optischen Effekt (ultraglänzend oder ultramatt) sowie eine extrem hohe Verschleiß- und Abriebfestigkeit.
